Eiskunstlauf ABC
Ganz schön kompliziert: Nicht nur vom Zuschauen sondern auch von den vielen Bezeichnungen der Sprünge wird einem ganz schwindelig. Hier ein kleiner Guide durch das Eiskunstlauf- und Sprung-ABC. Denn wer mit den Sprungtechniken und ihren Feinheiten vertraut ist, der kann nicht nur dann erst richtig mitreden, sondern er kann noch viel mehr ihre Schönheit und Anmut in all ihrer Schwierigkeit entdecken. Aber keine Angst: die Unterschiede sind so fein, dass selbst Experten manche Sprünge nicht auseinander halten können.
Der dreifache Axel - nach dem norwegischen Eiskunstläufer Axel Paulsen benannt - gilt auch als Königssprung, da er der schwierigste Dreifach-Sprung ist. Der Läufer gleitet auf dem linken Bein, holt kräftig mit den Armen aus und springt vorwärts ab. Danach landet er rückwärts, also mit einer halben Drehung mehr als bei den anderen Sprüngen, deren Absprünge rückwärts erfolgen.
Der Läufer befindet sich im Rückwärtslauf. Er beugt das linke Knie sehr stark und führt den rechten Arm und das rechte Bein nach hinten. Der Läufer hackt - wie beim Toe-Loop, mit den Zacken des rechten Schlittschuhs ins Eis. Dann streckt er die Beine, was ihm den Schwung in die Luft verleiht. Dazu schraubt er den Oberkörper in Drehrichtung und schließt die Arme vor dem Oberkörper.
Ähnlich in der Technik wie der Flip: Typisch für den Lutz, benannt nach dem Österreicher Alois Lutz, ist ein langer, Schwungvoller Rückwärtslauf. Der Läufer stoppt plötzlich den Rückwärtslauf, stellt sich auf das linke Bein und tippt mit der rechten Zacke ins Eis. So drückt er sich wieder aus dem linken Knie in die Höhe. Die Rotation kommt auch hier vom Schwung in Oberkörper und Armen.
Der Rittberger verdankt seinen Namen dem mehrfachen deutschen Vize- Weltmeister Werner Rittberger. Hier gleitet der Läufer erst mit beiden Beinen rückwärts auf dem Eis. Dann verlagert er sein Gewicht auf das rechte Bein, das fest ins Eis gepresst werden muss, sonst rutscht es ab. Schließlich springt er ab und dreht.
Hier war der Schwede Ulrich Salchow Namensgeber, der zwischen 1901 und 1911 zehnmal Weltmeister wurde. Der Salchow ist der leichteste Dreifach-Sprung, da Arme und Beine leichter zu koordinieren sind. Dem Sprung geht eine halbe Drehung auf einem Bein voraus. Der rechte Arm und das rechte Bein schwingen vorwärts und geben somit den Impuls für Absprung und Drehung. Währenddessen drückt sich der Läufer kräftig mit dem linken Bein aus der Kniebeuge ab.
Dies ist einer der Grundsprünge. "Toe" heißt auf deutsch Zeh. Sobald der Läufer nämlich mit der Spitze der Kufe in das Eis tippt, drückt er sich vom Eis ab und schießt aus der Rückwärtsstellung in die Höhe. Er dreht sich, führt den rechten Arm mit und landet wieder rückwärts.
Achter
die früher verlangten Pflichtfiguren wurden auf einem Achter mit 5 - 6 m großen Kreisen gelaufen, beim Schlingenachter mit etwa 2 m großen Kreisen.
auswärts
mit dem Standbein auf der Außenkante nach außen gelaufener Bogen oder Schritt.
Bogen Kurvenlauf auf einem Bein; dabei gibt es acht Möglichkeiten: links (L) - rechts (R); rückwärts (r) - vorwärts (v); auswärts (a) - einwärts (e); also Rve: rechts vorwärts einwärts.
Butterfly
Sprung mit gespreizten Beinen und waagerecht in der Luft liegendem Oberkörper.
Choctaw
Schritt (Fußwechsel) mit halber Drehung, mit Kantenwechsel.
Cross roll
Schrittfolge mit wechselseitigem Übersetzen, vorwärts oder rückwärts.
Doppelsprünge
Sprünge, bei denen in der Luft eine Drehung mehr rotiert wird als beim Einfachsprung.
Dreier
Wechsel der Laufrichtung auf einem Bein von vorwärts nach rückwärts (über die Schlittschuhspitze) oder von rückwärts nach vorwärts (über die Ferse) mit Kantenwechsel und Drehung mit Rotation im Sinne des Einlaufbogens.
Dreiersprung
(Kadettensprung) Absprung vorwärts von der Außenkante des linken Fußes, Landung nach einer halben Drehung rückwärts auf der Außenkante des rechten Fußes (oder spiegelbildlich).
Dreifachsprünge
Sprünge, bei denen in der Luft zwei Drehungen mehr rotiert wird als beim entsprechenden Einfachsprung.
einwärts
mit dem Standbein auf der Innenkante nach innen gelaufener Bogen oder Schritt.
Euler (Thoren)
Anlauf und Absprung mit dem rechten Fuß rückwärts auswärts, nach einer Drehung Landung rückwärts einwärts auf dem linken Bein (oder spiegelbildlich).
Gegendreier
Wechsel der Laufrichtung auf einem Bein von vorwärts nach rückwärts (über die Schlittschuhspitze) oder von rückwärts nach vorwärts (über die Ferse) mit Kantenwechsel und gegen die Rotation des Einlauf- bzw. Auslaufbogens.
Gegenwende
ein Drehschritt, bei dem auf einem Bein die Laufrichtung gewechselt wird ohne Kantenwechsel, gegen die Drehrichtung des Einlaufbogens, früher als Pflichtfigur zusammenhängend auf 3 Kreisen gelaufen.
Kante
die Auswärts- oder Einwärtskante der Schlittschuhkufe als linke oder rechte Begrenzung des Hohlschliffs.
Kür
Laufen nach selbstgewählter Musik mit einer Folge von Schritten, Pirouetten, Sprüngen und Posen.
Lasso
Hebefigur beim Paarlaufen. Der Partner hebt seine Partnerin Hand auf Hand während des Laufs über den Kopf und dreht sich mit ihr um die Körperachse.
Mohawk
Schritt mit halber Drehung, ohne Kantenwechsel, also von Innenkante auf Innenkante oder von Außenkante auf Außenkante
Mond
mit auswärts gespreizten Beinen auf den Innen- oder Außenkanten gelaufene halbmondförmige Figur.
Oppacher
Anlauf und Absprung mit dem rechten Fuß vorwärts einwärts, nach 1 1/2 Drehungen Landung rückwärts auswärts auf dem Absprungbein (Anderthalbfach-Rittberger), auch links möglich.
Pirouette
schnelle Drehung um die eigene Achse auf einem oder zwei Beinen.
Spreizsprung
Anlauf auf dem linken Fuß rückwärts einwärts, mit dem rechten Fuß kurz ins Eis tippen, Absprung mit halber Körperdrehung in der Luft und Spreizen oder Grätschen (Grätschsprung) der Beine, Landung vorwärts auf dem linken Fuß und mit der rechten Fußspitze mit Abstoß (oder spiegelbildlich).
Sprungfolge
Folge von Sprüngen mit Zwischenschritten zwischen den Sprüngen.
Sprungkombination
Folge von Sprüngen, wobei das Landebein des ersten Sprungs das unmittelbare Absprungbein des nächsten Sprunges ist.
Todesspirale
Figur im Paarlauf; die Partnerin wird, fast horizontal über dem Eis auf einem Bein gleitend und nur vom ausgestreckten Arm des Partners an der Hand gehalten, um dessen Körperachse gezogen.
Twizzle
beidbeinige Drehung auf der Stelle um 360 beim Eistanz.
Übersetzen
Schrittfolge, bei der in der Kurve ein Bein über das andere aufs Eis gesetzt wird.
Vierfachsprünge
Sprünge, bei denen in der Luft drei Drehungen mehr rotiert wird als beim entsprechenden Einfachsprung (bislang bei Toe Loop, Salchow und Flip).
Waage
Figur, bei der Körper und Spielbein eine waagerechte Haltung einnehmen.
Walley
(Einwärts-Rittberger) Anlauf rechts rückwärts auswärts und Absprung mit diesem rechten Fuß rückwärts einwärts nach einem kurzen Schlangenbogen, nach einer Drehung Landung rückwärts auswärts auf dem Absprungbein.
Wende
ein Drehschritt, bei dem auf einem Bein die Laufrichtung gewechselt wird ohne Kantenwechsel, in der Drehrichtung des Einlaufbogens, gegen die Drehrichtung des Auslaufbogens, früher als Pflichtfigur zusammenhängend auf 3 Kreisen gelaufen.
Zirkel
Figur, bei der ein Bein mit der hinteren oder vorderen Spitze ins Eis gesetzt wird und zirkelartig mit dem anderen Bein um die Körperachse umkreist wird.
Infos speziell für Frankfurt am Main
Häschen: Eislaufen lernen, Training 2 x wöchentlich im Häschentraining
Vollzahler: Können zu den von der Trainingsgemeinschaft bei der Stadt Frankfurt am Main gekauften Eiszeiten die Eisfläche benutzen. Die gesamten Eiskosten werden prozentual nach „Vollzahler“ auf die Vereine umgelegt.
Lektion: 20 Minuten Einzelprivattraining.
Wettbewerbe in Hessen: Hessenpokal, Hessische Landesmeisterschaft
Trainingsgemeinschaft Eiskunstlauf Frankfurt:
Verbindung zwischen Stadt und Vereinen. Die Stadt spricht und verhandelt nur mit der Trainingsgemeinschaft, nicht mit den Vereinen FREC, TGS Vorwärts und FTG.
Leistungsgemeinschaft Eiskunstlauf Frankfurt am Main:
Die Stadt fördert im Rahmen von „Leistungsgemeinschaften“ Frankfurter Sportler.
Die Leistungsgemeinschaft Eiskunstlauf ist von der Stadt anerkannt, fördert aber nur im Rahmen eines Sockelbetrages, da wir leider seit Jahren keine nationalen Erfolge melden können.
1. Vorsietzende:
Frau Dr. Helga Güttler, Kaiser-Sigmund-Straße 29, 60320 Frankfurt a.M.
Hessischer Eissportverband e.V. (HEV)
1. Vorsitzende:
Inge Meyer, Damaschkeanger 56, 60488 Frankfurt am Main
Fachsparte Eiskunstlauf:
Eiskunstlaufobmann Irma Greb
Für Ausschreibungen und allgemeine Eiskunstlaufinformationen gibt es einen Mailverteiler, Anmeldung unter „HEVMeyer@web.de
